Düwel-Sonderdruck aus Futhark, Bd. 4 (2013): was als Runendenkmal gilt — die Terminologie des Memorials
Zusammenfassung
Der Band Futhark 4 (2013) — Teil 1: die Plenarvorträge des 7. Internationalen Symposiums
zu Runen und Runeninschriften (Oslo, 9.–14. August 2010). Die Hauptherausgeber sind
James E. Knirk und Henrik Williams, mit Marco Bianchi als Assistenzherausgeber.
Die Zeitschrift ist open-access, CC BY-NC-ND 3.0, alle Aufsätze frei verfügbar unter
http://www.futhark-journal.com. Der Beirat: Michael P. Barnes,
Klaus Düwel, Lena Peterson, Marie Stoklund. historical-fact (loc: front matter,
pp. i–iv)
Die verarbeitete Datei enthält nur den Aufsatz von Klaus Düwel (pp. 31–60).
Sein Thema: was als „Runendenkmal" (Runendenkmal) zu zählen ist und wie die
Inschriften/Texte selbst das Denkmal bezeichnen, auf dem sie stehen. Düwel analysiert die
Verbindung zwischen deutschem Denkmal und lateinischem monumentum; er sammelt die Begriffe für das Denkmal in
Inschriften des Älteren und Jüngeren Futhark; und er kategorisiert die ästhetischen Merkmale
runischer Memorials der Wikingerzeit (Schönheit und Erhabenheit, Monumentalität,
Öffentlichkeit und Ruhm, Einzigartigkeit, Farbe/Polychromie, poetische Qualität und
Alliteration). Das Schlussbild ist Horaz' monumentum aere perennius „ein Denkmal, dauerhafter
als Bronze" (a monument more lasting than bronze). historical-fact (loc: abstract, p. 31)
Wichtige Vorträge und Fakten
Hinweis: die Datei enthält nur den Düwel-Aufsatz. Die übrigen Plenarvorträge des Bandes sind in dieser PDF nicht enthalten.
Klaus Düwel — „Was ist ein Runendenkmal?" (Futhark 4, pp. 31–60)
Was hier für uns wertvoll ist (die Terminologie der Inschriften, Korpusdaten, konkrete Denkmäler):
- Terminologie des Denkmals (Älteres Futhark, Inschriften ab dem 4. Jh.): in den frühen
Inschriften wird das Denkmal durch Wörter bezeichnet, die seine Form oder seine Verbindung mit
anderen Steinobjekten widerspiegeln:
stainaʀ(KJ 72 Tune — ein Stein für Wōdurīdaʀ), Pl.stAinAR(KJ 80 Rävsal),halaʀ„ein (flacher/runder) Stein" (KJ 81 Stenstad),aʀina„eine Steinplatte" (KJ 71 By),waruʀ„eine Steinumfriedung" (KJ 79 Tomstad).historical-fact(loc: p. 33) - Die altenglische Tradition (später, nur
bekun„ein (gut sichtbares) Zeichen, Denkmal", vgl. beacon): Thornhill III; auf Kreuzen —licbæcun„Leichnam-Denkmal" (wörtlich ein „Körper-Denkmal/Grabstein", Crowl),sigb[e]c[n](Bewcastle). Mit Verweis auf Page 1999.historical-fact(loc: p. 33, n. 6) - Das Korpus der Runensteine (nach Palm 2004): Schweden 2681, Dänemark 237,
Norwegen 89.
historical-fact(loc: p. 33, n. 7) - Runisch-skandinavische Terminologie (10.–12. Jh.): die Bezeichnungen des Denkmals —
stæinn(allein in Schweden — 1424),kum(b)l(127 insgesamt),mærki(92),minni(3),hæll(14),hvalf(5),viti(1),vitring(5),stafʀ…historical-fact(loc: p. 34) - Sichtbarkeit und Platzierung als Merkmal des Denkmals: Steine werden „am Weg" aufgestellt
(Tjuvstigen Sö 34–35; U 838 Ryda), auf einer Höhe/einem Hügel (
ā biargi— Hällestad 1–2, DR 295–296), „an einer Wegkreuzung" (ā vegamōti— Sm 45 Bräkentorp, Sm 60 Skaftarp). Eine Parallele zur Hávamál (Str. 72) über Gedenksteine am Weg.historical-fact(loc: pp. 42–44) - Denkmäler ohne Selbstbeschreibung, die dennoch selbstverständlich „Runendenkmäler" sind (durch
ihr äußeres Erscheinungsbild): KJ 97/DR 360 Björketorp, DR 42 Jelling 2, DR 282–286
Hunnestad, DR 335 Västra Strö, Ög 136 Rök, Sö 101 Ramsund, N 84 Vang,
N 68 Dynna. Eine Mischung verschiedener Schriftsysteme (Langzweig-/Kurzzweigrunen,
einstabige Runen, Geheimrunen) ist ebenfalls ein Kennzeichen eines besonderen Memorials.
historical-fact(loc: conclusion, pp. ~59–60) - Am Ende — eine Konkordanz metrischer Inschriften (verknüpft mit Naumann, in Vorbereitung):
DR 40 Randbøl, Öl 1 Karlevi, Sö 154 Skarpåker, U 729 Ågersta und andere.
historical-fact(loc: p. 60)
Relevanz für das Projekt: nützlich für den praktischen Abschnitt zu Inschriften und für das Verständnis, wie die Germanen das Runendenkmal konzeptualisierten (Erinnerung, Sichtbarkeit, Ruhm). Es liefert nichts zum Ursprung der Runen oder zu frühen Datierungen.
Links
- Der Ursprung des Futhark — die Zielnotiz zu Ursprung/Datierungen. Diese Quelle ergänzt sie NICHT (siehe die Urteile oben: alles „nicht gefunden").
- Wichtige Inschriften — Rök, Gallehus, Jelling / Magische Inschriften — ein Dossier — der Düwel-Aufsatz ist relevant als Material zur Terminologie und zum Erscheinungsbild runischer Denkmäler (Rök, Karlevi, Hällestad, Jelling 2 usw.), falls dieser Aspekt benötigt wird.
- Spurkland — Norwegian Runes (2005) — Düwel zitiert Spurkland 2005 (loc: p. 52, n. — mynda-steinn).