Runoscript ENESRU
Runoscript · Runen (akademisch)

Magische Runeninschriften — ein Dossier zu jeder Inschrift (Eggja, Kylver, Lindholm, Kragehul I, Björketorp und Stentoften)

Überblick

Eine genaue Lektüre jeder der fünf urnordischen Inschriften auf fünf Denkmälern, die die Literatur als „magisch" zählt. Dies ist eine vertiefende Behandlung eines Themas aus der Übersicht zur Runenmagie (Abschnitt 5).

Quellenebene (wichtig für die Ehrlichkeit). Die primäre Sammlung stammt aus Wikipedia (einer Navigationsebene) + einem Abgleich der Signaturen gegen Rundata (Scandinavian Runic-text Database), mit einer Erwähnung von Kiel RuneS / Runenprojekt als dem Ort, an dem die konkurrierenden Lesungen gesammelt werden. Die Inschrifttexte selbst sind gemeinfrei; die wissenschaftlichen Transliterationen und Übersetzungen sind aus Sekundärquellen zitiert und mit markiert. Für die Veröffentlichung abzugleichen gegen: Krause & Jankuhn 1966 (Die Runeninschriften im älteren Futhark), MacLeod & Mees 2006 (Runic Amulets and Magic Objects), Grønvik, Antonsen, Düwel, Spurkland 2005.

Übersichtstabelle (Rundata-Signaturen —):

Inschrift Rundata Ort Datierung Träger Was „magisch" ist
Eggja N KJ101 Sogndal, Vestland, Norwegen ~650–700 Steinplatte (Grabstein) Grabschutz, der längste Text im älteren Futhark
Kylver G 88 Stånga, Gotland ~400 Steinplatte in einem Grab die vollständige Futhark-Reihe + Baum-Binderune + sueus
Lindholm DR 261 Schonen ~2.–4. / 3.–6. Jh. Knochen („Amulett") ek erilaz, Ansuz/Tiwaz-Wiederholungen, die alu-Formel
Kragehul I DR 196 U das Kragehul-Moor, Fünen, Dänemark die Völkerwanderungszeit (~5. Jh.) Speer-/Wurfspeerschaft ek erilaz, die gagaga-Wiederholung, Kriegsmagie
Björketorp DR 360 Blekinge, Schweden 7. Jh. Bautastein (4,2 m) eine Fluchformel gegen einen Zerstörer
Stentoften DR 357 Blekinge, Schweden ~7. Jh. Stein ein Fluch + eine Gabe der „Ernte" (die j-Rune), Opfer

⚠️ Eine Korrektur zu der Übersicht zur Runenmagie: dort heißt es, dass Kylver „sechs Tiwaz-Runen in einer Reihe" habe. Bei genauer Lektüre der Inschrift erweist sich dies als ungenau — es gibt KEINE separate Linie von t-Runen auf Kylver; das „Týr" wird aus den Zweigen der Baum-Binderune am Ende der Reihe extrahiert (siehe unten). Der Stapel von t-Runen (×3) befindet sich auf Lindholm, nicht auf Kylver.


Der Eggja-Stein (N KJ101)

Der Kylver-Stein (G 88)

Das Lindholm-Amulett (DR 261)

Kragehul I (DR 196)

Björketorp und Stentoften (die Blekinge-Gruppe der Flüche, DR 360 / DR 357)

Zwei Steine aus dem 7. Jh. aus Blekinge (Schweden) mit einer parallelen Fluchformel; sie gehören zusammen mit den Steinen von Istaby und Gummarp zu einer lokalen Tradition (nach ihren gemeinsamen Sippennamen). Die Schrift ist ein Übergang zwischen dem älteren und dem jüngeren Futhark. — Wikipedia.

Björketorp (DR 360):

Stentoften (DR 357):

Was als „magisch" gilt (beide): historical-fact eine Fluchformel gegen einen Zerstörer/Schänder des Denkmals + „ginnarunaz / Runen der Macht." Auf Stentoften kommt ein Fruchtbarkeits-Gabenopfer hinzu. — Wikipedia.

Streit / Unsicherheit:


Ein übergreifendes Thema: erilaz (Lindholm + Kragehul)